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In diesem Bereich halten wir Sie auf dem Laufenden.


Coronavirus: Hinweis an unsere Teilnehmer

Leider wird auch unser bei vielen Naturfreundinnen und -freunden beliebte Frühlings-Pflanzenmarkt entfallen. Sie haben aber die Möglichkeit individuell vorbei zu kommen um heimische Sträucher, Stauden und Sämereien zu erwerben. Denn jetzt ist Pflanzzeit! Bitte rufen Sie uns unter 05223 904163 an oder kommen Sie während der Öffnungszeiten der Geschäftstelle vorbei.

 

Die nächste voraussichtlich stattfindende Veranstaltung ist der morgendliche Streifzug durch das Voßholz in Rödinghausen.

 

Die Jahreshauptversammlung wird im zweiten Halbjahr stattfinden.

 


Klarheit & Wahrheit über Osterfeuer

Was sagen die Gesetze?

Nicht der "böse" NABU, sondern die Gesetze schreiben vor, dass nichts mehr im Freien verbrannt werden darf. Es ist verboten. Das steht seit Langem so im Abfallrecht und im Landesimmissionsschutzgesetz (LImschG). Grünabfall ist auf dem eigenen Gelände oder in der Kompostierungsanlage zu entsorgen.

 

Von dieser Regel gibt es nur sehr wenige Ausnahmen. Eine ist, dass Feuer erlaubt werden können, soweit sie die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit nicht gefährden oder erheblich belästigen. Das ist bei Osterfeuern, die ja in der Regel größer sind,  aber der Fall. Kleine Lagerfeuer könnten darunter fallen. Die andere Ausnahme ist, dass ein Feuer erlaubt ist oder nach § 7 Abs. 2 LImschG genehmigt werden kann, dass sich eindeutig und zweifelsfrei als Brauchtumsfeuer und nicht als Feuer zur Beseitigung von Pflanzenabfällen darstellt.

 

Was ist ein solches „Brauchtumsfeuer“?

Keiner, auch nicht der Gesetzgeber, hat etwas gegen die Bewahrung von Traditionen. Deswegen hat er die Möglichkeit geschaffen, dass weiterhin Osterfeuer in den Kommunen stattfinden können. Erlaubt werden können aber nur Feuer, die von im Ort verankerten Vereinen und Glaubensgemeinschaften veranstaltet werden. Die Feuer müssen für die Öffentlichkeit zugänglich sein und werden im Vorfeld z.B. in der Zeitung bekannt gegeben. 
Bei diesen geht man davon aus, dass dort zahlreiche Menschen aus dem Ortsteil zusammen kommen. Es reicht nicht aus, dass sich eine Handvoll Familien aus der Nachbarschaft am Feuer einfinden, obwohl dieser Glaube weit verbreitet ist.  

 

Warum brennen zu Ostern denn noch so viele Feuer?

Die meisten Kommunen haben sich einfach bislang nicht an die gesetzlichen Vorgaben gehalten. Auch privaten Mitbürgern wurde gestattet ein Feuer zu Ostern abzubrennen, obwohl das ausdrücklich verboten ist. Manche Lokalpolitiker sehen in den vielen privaten Feuern kein großes Problem, sondern Bürgerwille. Sie müssten die Gesetzeslage eigentlich kennen, denn bereits seit 2004 ist sie, nach einer eindeutigen Gerichtsentscheidung des OVG Münster, immer wieder Thema in den Räten der Kommunen gewesen. Es kann sich niemand herausreden, dass er die Gesetzeslage nicht kennt oder nicht nachvollziehen kann. Sie wird in einigen Kommunen aber bis heute schlicht ignoriert. Und die Privatleute sparen sich - dank dieser rechtswidrigen Kulanz -  die Entsorgungsgebühren und die Arbeit auf Kosten der Allgemeinheit.

 

Warum setzt sich der NABU dafür ein, dass die Vorgaben eingehalten werden?

Aufgeschichtete Reisighaufen üben auf Kleintiere Singvögel, Mäuse, Igel, Kröten und besonders auf Insekten eine besondere Anziehungskraft aus. Es ist erwiesen, dass nicht wenige Haufen schon Monate vor dem Abbrenntermin aufgeschichtet und dann nicht mehr vollständig umgeschichtet werden. Der Tot dieser Lebewesen im Feuer geschieht leise. Wir Menschen merken es gar nicht. Gerade dieses vollständige Umschichten muss von den zuständigen Kommunen kontrolliert werden. Für diese Kontrolle ist in einigen Kommunen bislang nicht ausreichend Personal zur Verfügung gestellt worden. Diese Kommunen haben das Verbrennen der Tiere wissentlich in Kauf genommen.

 

Leider kommt es nachweislich in Einzelfällen immer noch vor, dass Mitbürger bewusst alle Vorgaben ignorieren, obwohl sie aufgeklärt wurden. Sie  entsorgen ihr beschichtetes Holz oder sonstige Abfälle im Feuer. Erlaubt sind ausschließlich trockener Baum- und Strauchschnitt sowie unbehandeltes Holz.

 

Die Herausforderungen und Hausaufgaben im Hinblick auf den Klimawandel sind riesig. Die Politik hat das erkannt und zugesagt, das Problem anzugehen. Alle neun Kommunen im Kreis nehmen seit 2019 an der Klimakampagne OWL teil. Alle Bürgermeister/innen und der Landrat haben diese Übereinkunft, etwas gegen den Klimawandel zu tun, unterschrieben. Wir fordern die Kommunen im Kreis Herford, die sich bislang den Gesetzesvorgaben in Sachen Osterfeuer verweigert haben auf, konsequent zu handeln, private Osterfeuer zu verbieten und das Verbot zu überwachen.

 

Was können Sie mit ihren Gartenabfällen noch tun?

Schichten Sie ihren Rückschnitt doch mal zu einem Reisigwall, einer sog. Benjes-Hecke auf. Oder zu einem einfachen, großen oder kleinen - Haufen. Was für das ordnungsliebende Auge zunächst aussieht wie ein großes Durcheinander, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als ein Schlaraffenland für Insekten. Auch Singvögel lieben  solche "Bauten", weil sie dort sicher brüten können und reichlich Fütter für ihre Jungen finden. 

Haben Sie Mut zu mehr Natur im Garten!     

 

Aktuell:

Wegen des Corona-Virus hat der Kreis Herford 2020 alle Osterfeuer im Kreisgebiet verboten!


Valentinstag ist Turteltaubentag

NABU und NWO ab heute mit „vogelschutz_nrw“ auf Instagram zum Vogelschutz in Nordrhein-Westfalen aktiv | Turteltaube im Abwärtsflug

Düsseldorf – Der Valentinstag steht ganz im Zeichen der Liebe. Seit dem Hohelied Salomons ist die Turteltaube als Symbol der Liebenden fest in der Kulturgeschichte der Menschheit verankert. Gar nicht romantisch und überhaupt nicht mehr fest steht die kleine Taube heute da: sie erleidet durch menschlichen Einfluss starke Bestandseinbrüche. Über den Instagram-Auftritt „vogelschutz_nrw“ wollen der Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW und die Nordrhein-Westfälische Ornithologen-Gesellschaft (NWO) zukünftig mehr Aufmerksamkeit für die Turteltaube, den Vogel des Jahres 2020 und den gesamten Vogelschutz in Nordrhein-Westfalen wecken.

 

 Die zierliche und schön gezeichnete Taube mit dem charakteristischen „turr-turr“-Balzruf ist im Bestand stark gefährdet. Laut offiziellen Zahlen ist die Brutpopulation in Deutschland seit 1980 fast um 90% zurückgegangen. Auch in Nordrhein-Westfalen sieht es sehr schlecht aus: kaum noch 1000 Brutpaare sollen es landesweit sein, das entspricht einem Rückgang von fast 70% allein in den letzten zehn Jahren! Grund hierfür sind zum einen Veränderungen im Brutlebensraum durch Überdüngung, übermäßigen Pestizideinsatz sowie den Verlust von Hecken- und Gehölzstrukturen, aber auch der illegale und legale Abschuss im Mittelmeerraum. Jährlich fallen dort rund zwei Millionen Turteltauben auf dem Weg in die afrikanischen Winterquartiere den Vogeljägern zum Opfer.

 

 Mehr zu Gefährdung und Schutz der Turteltaube sowie zu anderen Vogelthemen in NRW gibt es ab sofort auf Instagram. NABU NRW und NWO stellen unter „vogelschutz_nrw“ verschiedene Vogelarten und deren Probleme vor, zeigen aber auch Erfolge im Vogelschutz in NRW und über die Landesgrenzen hinaus auf. So wollen die beiden Verbände gemeinsam über dieses Soziale Netzwerk mehr auf den Vogelschutz aufmerksam machen.

 

Für Rückfragen:

 Fabian Karwinkel, LFA Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW, mobil: 0157 85673761

 Klaus Nottmeyer, Nordrhein-Westfälische Ornithologen-Gesellschaft , mobil: 0171 3152344

 


„Insekten retten, Artenschwund stoppen“

NRW Naturschutzverbände kündigen Volksinitiative Artenvielfalt an

Düsseldorf, 27.1.20 - Die drei großen NRW-Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) kündigten heute eine Volksinitiative Artenvielfalt an. Trotz dramatischen Rückgangs vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten zeige die Landesregierung keinerlei Ansätze für eine konsequente Naturschutzpolitik. Hier helfe aus Sicht der Naturschutzverbände nur ‚Druck von außen‘. Die Volksinitiative soll im Frühjahr starten. Ziel ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen .

 

„Die Artenschutzpolitik der Landesregierung ist eine einzige Fehlstelle“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. „Die Lage für die biologische Vielfalt ist zunehmend dramatisch. Wir brauchen einen klaren Kurswechsel in vielen Politikfeldern.“ Eine zentrale Bedeutung komme dabei dem Stopp des Flächenverbrauchs zu. Tag für Tag gehen in NRW etwa 10 Hektar Fläche für neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau und die Rohstoffgewinnung verloren. „Das Credo der Landesregierung, die Wirtschaft zu ‚entfesseln‘, forciert geradezu den Verlust von Lebensräumen und Artenschwund. Wir brauchen stattdessen klare landesplanerische Vorgaben, den Flächenverbrauch perspektivisch auf netto null zu senken.“

 

Nordrhein-Westfalen als dichtbesiedeltes Bundesland steht hier vor enormen Herausforderungen, soll die heimische Natur nicht vollends unter die Räder geraten. „Ob Klimaschutz, Rohstoffabbau, Land- oder Forstwirtschaft und ein nicht naturverträglicher Umgang mit unseren Gewässern NRW muss an vielen Stellschrauben drehen, um den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen“, so die NABU-Landeschefin Dr. Heide Naderer. Die Vorschriften und Gesetze zum Schutz von Arten und Lebensräumen dürften nicht aufgeweicht werden. „Im Gegenteil: Wir müssen diese Instrumente konsequent im Sinne des Artenschutzes und der Biodiversität fortentwickeln. Hierzu werden die Naturschutzverbände konkrete Vorschläge vorlegen“, so Naderer weiter.

 

Die NRW-Naturschutzverbände sehen nicht, dass die Landesregierung gewillt ist, sich konsequent dem dramatischen Verlust an Biodiversität entgegen zu stemmen. „Seit Regierungsantritt herrscht teils Stillstand, teils Rückschritt. Mit der Volksinitiative Artenvielfalt möchten wir die Landesregierung zum Handeln antreiben“, sagte der LNU-Vorsitzende Mark vom Hofe. „Wir setzen dabei auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung.“ Es könne nicht immer nur die Rede davon sein, Blühwiesen anlegen und Schottergärten verhindern zu wollen, dazu bedürfe es klarer gesetzlicher Vorgaben und überzeugender Programme. „Wir spüren, dass die Bevölkerung auch so denkt - deshalb muss endlich zügig gehandelt werden. Eine Volksinitiative schafft den entsprechenden Druck“, so der LNU-Vorsitzende.


Winter ohne Wintervögel

Ergebnisse der NABU-Stunde der Wintervögel für NRW

Düsseldorf, 28.1.20 - Fleißige Vogelbeobachter aus NRW haben bei der diesjährigen Stunde der Wintervögel am zweiten Januarwochenende fast 600.000 Vögel gezählt. Das Trio Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise führt dabei wieder die Rangliste an. Mangels strengen Winterwetters blieben die sonst üblichen Schwarmvögel weitgehend aus: Buchfink (minus 17 %), Bergfink (minus 74 %), Erlenzeisig (minus 44 %) und Wacholderdrossel (minus 61 %) wurden sehr viel weniger beobachtet als 2019. „Auffällig waren auch die Meldungen von Zugvögeln wie Zilpzalp, Mönchgrasmücke, Hausrotschwanz und Rotmilan, die eigentlich erst im Frühjahr und Sommer in NRW wieder anzutreffen sind“, sagte Heinz Kowalski, Vogel-Experte des NABU Nordrhein-Westfalen. Dank des milden Winterwetters ersparten sie sich die mühevolle und oft gefährliche Reise in ihre südlichen Winterquartiere.

 

Als besonders erfreulich werteten die Vogelkundler die Zunahme fast aller Spechte wie Buntspecht, Mittelspecht, Schwarzspecht sowie Grün- und Grauspecht. Die allmähliche Zunahme von Altholz in den Wäldern habe sich offenbar positiv ausgewirkt, so Kowalski. Aber auch der gestiegene Totholzanteil in den Wäldern Nordrhein-Westfalens infolge der Dürre und Borkenkäferkalamitäten in den Jahren 2018 und 2019 sei für die Spechte vorteilhaft, weil sie so reichlich Käfernahrung finden konnten. Im Gesamtergebnis der 95 gemeldeten Vogelarten, die mindestens zehn Mal vorkamen, zeigten 50 eine Zunahme (53 %), 19 einen gleichbleibenden Trend (20 %). 26 (27 %) zeigten abnehmende Bestände gegenüber dem Vorjahresergebnis.

 

 Insgesamt zeige die Wintervogelzählung deutlich die starke Abhängigkeit vieler Vogelarten vom Wetter in Mitteleuropa. Mittel- und langfristig erwarten sich die Ornithologen des NABU von den Daten der jährlichen Zählungen Rückschlüsse auf die Veränderung des Klimas und dessen Wirkungen auf die heimische Vogelwelt sowie deren Anpassungsstrategien.

 

Alle Ergebnisse der Wintervogelzählung finden Sie unter www.nrw.nabu.de/stundederwintervoegelnrw/


Wir waren bei der Demo "Wir haben es satt!"

Am 18. Januar 2020 haben wir in Berlin wieder gemeinsam Flagge gezeigt!

Eine zukunftsfähige und naturverträgliche Agrarreform für Bauern, Tiere und Umwelt – das forderten 27.000 Menschen am 18. Januar 2020 bei der zehnten „Wir haben es satt!“- Demonstration zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin.  Zum fünften Mal hatte der Kreisverband die Anreise mit dem Bus organisiert. Mittendrin 60 Mitglieder aus dem gesamten Kreis Herford im Alter zwischen 8 und 80 Jahren.

In Berlin angekommen ging es bei sonnigem Winterwetter erst zur Bundesgeschäftsstelle des NABU, wo sich schon viele Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet versammelt hatten. Mit Fahnen und Plakaten ging es zur großen Bühne am Brandenburger Tor, dem Startpunkt der Demo. Dort machten mehrere Vertreter des Aktionsbündnisses ihren Unmut über die gegenwärtige Agrarpolitik Luft. Moderiert wurde das Bühnenprogramm von Landwirtschafts- und Ökoexpertin Dr. Tanja Busse, die auf Einladung des NABU Herford am 30. April im Elsbachhaus aus ihrem neuen Buch „Das Sterben der Anderen“ liest. Darin analysiert sie schonungslos die Situation der verschwindenden Arten und schlägt wirkungsvolle Gegenmaßnahmen vor.

Bevor sich der bunte und laute Demo-Zug in Bewegung setzte, führen erst die 150 extra angereisten und vielfach mit Forderungen plakatierten Traktoren  vorbei. Was ein wenig wie Karneval anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Konventionelle und Öko-Bauern fühlen sich zerrieben durch die fatalen Auswirkungen der Förderpolitik. Davon profitieren hauptsächlich die intensiv wirtschaftenden industriellen Agrarkonzerne. Die Großen bekommen das viele Geld und werden noch größer. Die Kleinen fühlen sich überfordert von den steigenden Auflagen, die zusätzlich Geld kosten. Die aktuelle Agrarpolitik schaufelt das Grab für Insekten und Höfe – finanziert mit 60 Milliarden Euro Steuergeld. Wir brauchen einen konsequenten Kurswechsel: Landwirte, die Natur und Klima schonen, müssen verlässlich besser belohnt werden.

Wir freuen uns darüber, dass wieder viele Mitglieder, trotz weiter Anreise und frühem Aufstehen, mitgefahren sind. Darunter auch Vertreter der fridays-for-future Bewegung und der Bürgerinitiative Engeraner Land gegen Massentierhaltung.

 

Einige der Mitreisenden hatten sich  etwas Besonderes einfallen lassen: Mitgeführte schwarze Schilder in Form von Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn sollten daran erinnern, dass diese Arten bald im Kreis Herford ausgestorben sind. Wir werden den Protest auch im Kreis Herford weiter führen, aber auch den Kontakt zur Landwirtschaft suchen. Am 4. Juli werden wir drei Höfe im Raum Melle/Osnabrück besuchen. Junge Bauernfamilien zeigen uns dann, wie sie Kühe, Schweine und Hühner artgerecht halten, ihr Land naturgemäß bewirtschaften und neue Wege der Vermarktung gehen.

Darum geht es: 

Die Forderungen des NABU zur naturverträglichen Agrarwende: 

  • Ökologische Leistungen sind die Voraussetzung für eine Direktzahlung an die Landwirte.
  • Ökologische Vorrangflächen umfassen zehn Prozent der Betriebsfläche.
  • Grünlandumbruch und das Trockenlegen von feuchten Grünlandstandorten sind nicht erlaubt.
  • Die Fruchtfolge wird vielfältiger: Sie besteht aus mindestens drei verschiedenen Arten.
  • Ackerland entlang von Gewässerrändern und auf Moorstandorten wird in Grünland umgewandelt.
  • Große Ackerflächen (mehr als 25 Hektar) werden unterteilt und ökologisch sinnvoll strukturiert.
  • Betriebe über 100 Hektar führen eine betriebliche Umweltplanung ein.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben sich bereits 2001 dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Bis jetzt sind wir von diesen Zielen noch meilenweit entfernt. Bei den Klimaschutzzielen in der Landwirtschaft ist ebenfalls noch viel zu tun. Eine Umgestaltung ist nötig, um den Negativtrends entgegenzuwirken.

 

Mehr Infos unter: www.wir-haben-es-satt.de


Unser Heckentag war ein voller Erfolg!

Wenn heimische Gehölze in der ersten Reihe stehen

Bereits zum 7. Mal haben wir am 9. November unter dem treffenden Namen "Heckentag" heimische Gehölze verkauft. Warum machen wir das? In Baumschulen führen die heimischen Gehölze wie Rote Heckenkirsche, Weißdorn, Holunder und Hundsrose ein absolutes Schattendasein. Sie stehen meist in der letzten Ecke und wer den genauen botanischen Namen nicht parat hat bekommt nicht selten eine Sorte verkauft. Diese ist dann vielleicht rotlaubig oder gemustert im Laub oder hat gefüllte Blüten. Beides kann den Wert für viele Insekten deutlich schmälern. Nicht so bei uns.

In diesem Jahr hatten wir mit über 250 Gehölzen auffallend viele Vorbestellungen. Zahlreiche weitere Sträucher, Wildrosen und Blütenstauden fanden an dem Tag ihren Weg in die Gärten. Das hat uns riesig gefreut. Zeigt es uns doch das wachsende Interesse an den heimischen Arten. Natürlich können wir damit nicht die "Welt retten", aber wie heißt es so schön: "Kleinvieh macht auch Mist".

 

Auch nach dem Heckentag können Sie heimische Gehölze bei uns kaufen. Jeden Donnerstag öffnet unsere Geschäftsstelle von 16.06 bis 18.06 Uhr in der Engerstraße 151 in Bünde - dann ist auch Gelegenheit für ihren Einkauf von heimischen Sträucher, Stauden und Rosen. Wir freuen uns auf Sie!  Die Liste der verfügbaren Gehölze finden Sie hier ...

 

Der nächste Frühlings-Pflanzenmarkt findet am 4. April 2020 auf dem großen Naturgartengelände an der Engerstraße 151 statt. 


Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020

Bunt, hübsch und leider sehr selten geworden!

Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt. Damit wollen die Verbände darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefährdet ist. Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren, ganze Landstriche sind turteltaubenfrei. Unsere kleinste Taube findet kaum noch geeignete Lebensräume. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.

 

Früher hat man das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer gehört. Wildkräutersamen an Feldwegen und Feldfrüchte aus Zwischensaaten boten ausreichend Nahrung. Heute brüten Turteltauben häufig auf ehemaligen Truppenübungsplätzen oder in Weinbauregionen, wo sie noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

 

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekürte Vogel, der als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Heute brüten bei uns nur  noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern.

 

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernähren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die Hälfte der Nahrung aus statt wie früher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur für kurze Zeit bis zur Ernte zur Verfügung und fehlen während der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

 

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltauben enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von Anbauflächen geht mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher. Damit verschwinden Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen Ackerwildkräutern ernährt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung für die Tauben. Der NABU kämpft seit Jahren für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhält statt sie zu schädigen.

 

Eine zusätzliche Bedrohung ist die Vogeljagd im Mittelmeerraum. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die jährlich mehr als 1,4 Millionen in der EU legal geschossenen Turteltauben von der Art nicht mehr verkraftet werden können. Besonders skandalös: In manchen Ländern gilt das Schießen der stark gefährdeten Turteltauben als ,Sport‘ zum eigenen Vergnügen. Gegen Spanien und Frankreich wurden im Juli bereits Vertragsverletzungsver-fahren der Europäischen Kommission wegen des schlechten Erhaltungszustands der Art eingeleitet. Gegen vier weitere EU-Länder liegen offizielle Beschwerden vor. Dies ist notwendig, obwohl auf einem Treffen aller Mitgliedsstaaten im Mai 2018 ein Aktionsplan zum Schutz der Europäischen Turteltaube verabschiedet wurde.

 

Um den gefiederten Liebesboten zu schützen, fordert der NABU  Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit einer Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) auf, sich neben einer verbesserten Landwirtschaftspolitik auch für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einzusetzen.

 

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Turteltauben als Jagdopfer - Der NABU setzt sich für ein Ende der illegalen Jagd ein. Unterstützen Sie uns dabei!
Grafik: NABU
NABU fordert Jagdstopp für Turteltauben.
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Neue Mitglieder für den NABU

Werbeaktion von Tür zu Tür ist beendet

Foto: F. Diebrok - Einige Mitglieder des Werbeteams mit Friedhelm Diebrok (NABU Herford) 2.v.r
Foto: F. Diebrok - Einige Mitglieder des Werbeteams mit Friedhelm Diebrok (NABU Herford) 2.v.r

Im Oktober war ein „Werbeteam“ für den NABU in Herford und Umgebung unterwegs. Das Team bestand aus Studierenden, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für eine gemeinnützige Organisation Mitglieder zu gewinnen.

 

Unsere Gruppe freut sich über die vielen neuen Mitglieder und auch auf neue Aktive. Mit einer Mitgliedschaft stärkt man den Naturschutz nicht nur finanziell. Als Mitglied hilft man auch mit der eigenen Stimme bei politischen Aktivitäten und Vorhaben im Sinne der Natur. Je mehr Menschen hinter dem NABU stehen, desto mehr kann für Mensch und Natur erreicht werden. Es ist natürlich auch toll, wenn jemand selbst aktiv werden möchte. Es gibt viele Möglichkeiten, sich beim NABU Herford einzubringen. Dafür braucht man weder ein Biologiestudium noch spezielle Fachkenntnisse – jede und jeder kann mitmachen und damit der Natur und Umwelt den Rücken stärken!

 


Preisverleihung NABU-Fotowettbeweb "Schönstes Klatschmohn-Foto"

Warum sollte es gerade ein Foto vom Klatschmohn sein?

Klatschmohn gehört zur Ackerbegleitflora, von deren Artenvielfalt bereits 90 Prozent verschwunden sind. Klatschmohn ist darunter noch am häufigsten anzutreffen und ist außerdem eine bemerkenswerte Pflanze.  Als Heilpflanze wurde er bei Husten und zur Beruhigung verwendet. Die jungen Blätter sind sogar essbar. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Gurke und Haselnuss, ist also schon eine außergewöhnliche Erfahrung. Jede Blüte produziert etwa 2,5 Millionen Pollenkörner, die bei Bienen und Hummeln sehr begehrt sind. Die Kapselfrüchte enthalten 2000 bis 5000 sehr kleine Samenkörner und dienen Vögeln, wie z.B. Blaumeisen als Nahrung. Die Samen rasseln in der Kapselfrucht und werden durch den Wind ausgestreut.

 

Aus den etwa 350 eingesendeten Fotos wurden die folgenden Zehn prämiert:

 


Amselsterben durch USUTU-Virus

Verdachsfälle online melden beim NABU

Foto: NABU/Michael Beusch
Foto: NABU/Michael Beusch

Das massive Amselsterben des Hitzesommers 2018 wiederholt sich. Auch in diesem Jahr nimmt das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöste Vogelsterben im Laufe des Augusts an Fahrt auf. NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung, kranke oder verendete Tiere zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. Seit Jahresbeginn bis zum 12. August wurden dem NABU für Nordrhein-Westfalen bereits 199 Verdachtsfälle gemeldet, die 319 tote und 231 kranke Vögel betrafen. Deutschlandweit wurden bereits über 1.300 Verdachtsfälle mit über 2.500 kranken oder toten Vögeln gemeldet. Beim bisher stärksten Auftreten der Usutu-Epidemie im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum lediglich 800 Meldungen.

 

Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das von Stechmücken auf Vögel übertragene Usutu-Virus zunehmend in Deutschland aus. Waren in den ersten Jahren nur wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und vor allem im Hitzejahr 2018 eine Ausbreitung in die nördlichen und östlichen Landesteile festgestellt werden. Damit ist kein deutsches Bundesland mehr Usutu-frei. Nur aus höher gelegenen Mittelgebirgsregionen werden bisher noch keine toten Vögel gemeldet.

 

Den Höhepunkt des Vogelsterbens erwarten Vogelkundler und Virologen in den kommenden Wochen, denn die meisten Usutu-Fälle treten im August und September auf. Im Jahr 2018 entfielen 93 Prozent der insgesamt fast 13.500 Meldungen auf diese beiden Monate.

  

Alle im Labor eingesandten toten Vögel werden neben dem Usutu- auch auf das West-Nil-Virus getestet, das im vergangenen Jahr erstmals in Deutschland in Vögeln und Pferden nachgewiesen wurde. Beide Viren können in seltenen Fällen auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

 

Die Vogelschützer des NABU interessieren vor allem die Auswirkungen der neuen Vogelkrankheit auf die Bestände von Deutschlands häufigstem Vogel, der Amsel. Dazu vergleichen sie die Informationen über die Verbreitung des Virus mit den Ergebnissen der großen NABU-Gartenvogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“. Eine erste Auswertung hatte gezeigt, dass die Amselzahlen in von Usutu betroffenen Gebieten stärker zurückgegangen waren als im übrigen Deutschland. Bisher ist jedoch noch völlig unklar, ob sich betroffene Bestände wieder vollständig erholen können, dauerhaft reduziert bleiben oder gar immer weiter abnehmen werden.

 

Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Der NABU ruft daher alle Vogelfreunde dazu auf, zumindest dafür zu sorgen, dass Amseln und andere Gartenvögel in naturnahen Gärten gute Lebensbedingungen vorfinden, um die Verluste durch die neue Vogelkrankheit durch guten Bruterfolg wieder ausgleichen zu können.

 

Aufruf zur Meldung und Einsendung toter Amseln: www.nabu.de/usutu-melden

 

Mehr Infos zu Usutu: www.nabu.de/usutu


Apfelsaft wie früher machen

Wir verleihen wieder unsere handliche mobile Hausmosterei

Angebot für Kitas, Schulen, Vereine und weitere Kindergruppen

Foto: Freyja Diebrok
Foto: Freyja Diebrok

Kinderleicht zu bedienen: Die mobile Hausmosterei des NABU Herford.  Schon viele Kindergruppen haben sie ausgeliehen und immer war das Feedback: Klasse, gerne wieder! Sie passt in jeden Kombi-PKW und lässt sich superschnell aus soliden Einzelteilen zusammengesetzen. Schon kleine Kinder können am Rad drehen und zusehen, wie die Äpfelschnitze zerkleinert werden. Anschließend können sie selbst den Saft aus der Maische pumpen. Schon fließt der goldbraune, köstliche  und selbstgemachte Saft in das große Kunststoff-Fass und lässt sich ebenfalls kinderleicht abzapfen.

Leihgebühr: 25,00 €

 

Infos und Reservierungsanfragen unter Tel. 05223 904163


11 Herforder Thesen ... zum Thema "Landschaft ist Leben!"

Die erste Naturschutztagung im Kreis Herford, am 29.-30.9.18 im Marta,  wirkt nach. Die Initiatoren der Tagung vom NABU, BUND und der Biologischen Station Ravensberg haben 11 Thesen veröffentlicht. Sie möchten damit gemeinsam aufzeigen, was jetzt im Kreis Herford und darüber hinaus für den Schutz unserer Landschaft getan werden muss. Jeder kann seine Beitrag dazu leisten! - Hier können Sie die Thesen herunterladen.

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11-Herforder-Thesen_Landschaft-ist-Leben
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Zur Zukunft des Naturschutzes im Kreis Herford

In einem Zeitungsinterview äußerte sich Friedhelm Diebrok, Vorsitzender des NABU Herford, zu den Perspektiven des Naturschutzes in der Region. Hier können Sie es herunterladen: 

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