News

In diesem Bereich halten wir Sie auf dem Laufenden.


Offene Gartenpforte beim NABU Herford am Sonntag, 6. Juni 2021

Foto: Freyja Diebrok
Foto: Freyja Diebrok

„Mein Garten ist anders“, behauptet Friedhelm Diebrok von seinem 6.000 qm großen Gelände an der Engerstraße 151 in Bünde-Hüffen. Am Sonntag, 6. Juni steht sein Gartentor von 10.00 bis 18.00 Uhr weit offen für Besucher. Zu sehen sind keine sorgsam gepflegten Rabatten oder ein dunkelgrüner Rasen. Stattdessen ein Teich mit quakenden Fröschen, Wildstaudenbeete und Hecken mit heimischen Laubgehölzen. Dazwischen Totholzhaufen, Trockenmauern, kleine Flächen mit buntem Blumenrasen. Das alles lässt sich auf einem 300 m langen Rundweg entdecken und auf zahlreichen Bänken genießen. Friedhelm Diebrok ist als NABU-Mitglied im Naturschutz aktiv und möchte mit seiner Anlage Beispiele geben für eine naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung und mehr Leben in den Gärten. Wer Fragen dazu hat, sollte den Gärtner am Sonntag ansprechen. Auch möchte er zum aktiven Entdecken einladen. „Wer 50 verschiedene, im Garten vorkommende Pflanzenarten schriftlich benennen kann, bekommt einen Korb mit Stauden geschenkt". Und noch ein Tipp gibt Diebrok: „Besucher, die mit dem Fahrrad kommen, finden bestimmt einen Parkplatz.“

 

 

 

 

 

Stunde der Gartenvögel: Wieder mehr Vögel in nordrhein-westfälischen Gärten

Mit mehr als 25.000 Vogelfreunden Beteiligung fast auf Vorjahresniveau | Blaumeisen haben sich wieder erholt

 

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 28/21 | 26. Mai 2021

 ________________________________________________________________

Düsseldorf – Die diesjährige NABU-Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ vom 13.-16. Mai ist beendet. Trotz kühlen Wetters und Regen beteiligten sich am Himmelfahrtswochenende in Nordrhein-Westfalen über 25.000 Menschen an der Stunde der Gartenvögel. Nach dem vergangenen Rekordjahr, in dem im Westen über 28.000 Vogelfreunde mitzählten, ist dies die zweithöchste Beteiligung seit Beginn der Aktion im Jahr 2006. Es wurden mehr als 549.000 Vögel aus rund 17.500 Gärten gemeldet. Mit durchschnittlich 31,5 Vögeln pro Garten erfreulich mehr als in den vergangenen Jahren.

 

Den meisten Vogelarten macht das derzeit wechselhafte und teils recht kühle Wetter wenig aus, einige Arten profitieren sogar. Etwa die Amsel, sie kommt bei feuchtem Wetter viel besser an ihre Leibspeise: Regenwürmer. Der schwarze Vogel belegt nach dem Haussperling Platz zwei der am häufigsten gemeldeten Gartenvögel. Dabei ist er auch der zuverlässigste Gartenbesucher in NRW – er wurde in über 94 Prozent aller Zählungen genannt.

 

„Während die Gesamtzahl der Vögel im Siedlungsraum im Gegensatz zu den Beständen in der Agrarlandschaft damit weiterhin weitgehend konstant bleibt, gibt es doch für viele Vogelarten besorgniserregende Entwicklungen“, sagt Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende und Vogelexpertin beim NABU NRW. So verharren die Sorgenkinder Mauersegler, Mehlschwalbe, Grünfink und Zaunkönig auf Höhe der schlechten Ergebnisse aus den Vorjahren. Bei Mauersegler und Mehlschwalbe spiele neben Insektenmangel und Wohnungsnot aber auch das Wetter eine Rolle. „Ist es hier im Beobachtungszeitraum kalt und nass, gehen sie einfach hundert Kilometer weiter südwestlich auf Insektenjagd und werden dann in unseren Gärten natürlich nicht gesichtet“, so Beckers weiter.

 

Mit Spannung erwartet wurden die Zählergebnisse der Blaumeise. Bei der kleinen Meise mit dem blauen Köpfchen hatte im Frühjahr 2020 ein bakterieller Erreger namens Suttonella ornithocola erstmals zu einem Massensterben in vielen Teilen Deutschlands geführt. Dort, wo es grassierte, hatten die Sichtungen bei der Vorjahreszählung deutlich abgenommen. Eine Welle verstorbener Blaumeisen war zwar auch in diesem Frühjahr wieder festzustellen, sie war jedoch deutlich kleiner. „Die Blaumeise hat sich vom Einbruch im vergangenen Jahr offenbar erholt“, so Christian Härting vom Landesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Offenbar konnten erfolgreiche Bruten die Verluste weitgehend ausgleichen.

 

Ebenfalls positiv entwickeln sich weiterhin die Gartenbestände von eigentlichen Waldvögeln wie Ringeltaube und Buntspecht. Ein besonderer Gewinner der aktuellen Zählung ist offensichtlich der Stieglitz. Die gemeldeten Zahlen dieses farbenfrohen Finkenvogels machten einen Sprung: In diesem Jahr konnte er in 16 Prozent aller Gärten mit 0,43 Vögeln pro Garten entdeckt werden. Beide Werte sind doppelt so hoch wie noch zu Beginn der Zählungen. Die Besonderheit dieser Art ist, dass er als einer von ganz wenigen Singvögeln seine Jungen nicht mit Insekten, sondern vegetarisch ernährt. Und auch der Kernbeißer wurde in diesem Jahr deutlich häufiger als sonst üblich zurzeit der Frühlingszählaktion in nordrhein-westfälischen Gärten gesichtet.

 

Das aktuelle Ergebnis der Vogelzählaktion ist unter www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und kann mit vergangenen Jahren verglichen werden. Die Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen finden sich direkt unter http://nrw.nabu.de/gartenvoegelnrw.

 

Für Rückfragen:

 Sprecherteam Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW

 Christian Härting, mobil: 0151 579 89 876

 Jonas Brüggeshemke, mobil: 0157 77 05 31 22

 Birgit Beckers, stellv. Vorsitzende und Vogelschutzexpertin des NABU NRW, mobil: 0175 61 37 780

 

Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, Tel.: 030-284984-1620. Mobil: 0172-9108275, E-Mail: Lars.Lachmann@NABU.de

 ___________________________________________________________________

 Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

 Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG Volksinitiative ‚Aufbruch Fahrrad‘ | Nr. 18 | 16. April 2021

________________________________________________________________

Bündnis fordert Vorrang für den Rad- und Fußverkehr

Verbändeanhörung zum Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz NRW endet
________________________________________________________________

Köln/Düsseldorf - Die Initiator*innen und Unterstützer*innen der erfolgreichen Volksinitiative ‚Aufbruch Fahrrad‘ begrüßen den von Landesverkehrsminister Hendrik Wüst vorgelegten Referentenentwurf für ein Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz. Zum Ende der Verbändeanhörung über den Gesetzentwurf fordern sie aber auch deutliche Nachbesserungen. Stellvertretend für das breite Bündnis bemängeln ADFC, BUND, Fuß e. V., NABU, RADKOMM, VCD und Zukunft Fahrrad die unzureichende Verbindlichkeit vieler Regelungen und eine klare zeitliche Perspektive. Das zentrale Ziel der Volksinitiative, den Anteil des Radverkehrs von heute etwa 8 auf 25 Prozent zu steigern, sei zwar aufgegriffen worden, allerdings ohne das Zieljahr 2025. Auch die Forderungen nach 1.000 Kilometern Radschnellwege für den Pendelverkehr bis 2025, die Schaffung von 300 Kilometer überregionaler Radwege pro Jahr oder etwa die kostenlose Mitnahme von Fahrrädern im Nahverkehr, blieben unberücksichtigt. Das Bündnis wünscht sich auch eine bessere Verankerung der Bürger*innenbeteiligung an den vorgesehenen Aktions- und Bedarfsplänen.

 

Unterm Strich bliebe der Gesetzentwurf damit hinter den, im bisherigen Verfahren geweckten, Erwartungen zurück. Der fortschreitende Klimawandel und die landesweit prekäre Verkehrssituation erforderten eine beherzte Mobilitätswende und ein klares Bekenntnis zur Umverteilung des Straßenraums zugunsten des Rad- und Fußverkehrs. Insofern müsse der Gesetzentwurf an vielen Stellen optimiert und ergänzt werden.

 

Nachfolgend finden Sie die Zitate und Kontaktdaten der beteiligten Organisationen für Ihre Berichterstattung:

 

Thomas Semmelmann, Landesvorsitzender ADFC NRW: „Insgesamt fehlt es an Konsequenz, Verbindlichkeit und Ambition, um die bisher landesweit nur rund acht Prozent Radverkehrs-Anteil an der Gesamtmobilität in den nächsten Jahren auf 25 Prozent zu steigern. Die Landesregierung scheut sich offenbar davor, den vorhandenen Platz, der bislang für das Auto reserviert ist, neu aufzuteilen. Das ist aber die Grundvoraussetzung für eine Mobilitätswende.“

 

Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW: „Ein Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik ist überfällig. Es reicht nicht aus, die Gleichrangigkeit der Verkehrsmittel herzustellen, sondern der klimafreundliche Rad- und Fußverkehr muss Vorrang erhalten. Das heißt auch: Stopp des Straßenbaus und Umwidmung von Auto-Infrastruktur zugunsten des Umweltverbundes. Das aber traut sich CDU-Verkehrsminister Wüst nicht.“

 

Peter Struben, Sprecher Landesverband NRW FUSS e. V.: „Fuß e. V. freut sich, dass die umweltfreundlichen Verkehrsarten Rad- und Fußverkehr jetzt in einem Gesetz berücksichtig werden. Wir haben jedoch noch viele Wünsche offen. Zum Beispiel braucht die Basismobilität Fußverkehr einen eigenen Aktionsplan ‚Fußverkehr‘.“

 

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen: „Das Fahrrad ist Teil einer zukunftsweisenden Mobilität, die Klima und Umwelt schont. Damit der zukünftige Radverkehr flächenschonend, energiesparend und naturfreundlich erfolgen kann, unterstützt der NABU NRW die Forderungen der Volksinitiative Fahrrad. Wir wünschen uns eine Stärkung der Radmobilität auf 25% des Gesamtverkehrsaufkommens bis 2025, die die Aspekte des Flächenverbrauchs und des Artenschutzes nicht ausblendet.“

 

Dr. Ute Symanski, Vorsitzende von RADKOMM und Vertrauensperson von Aufbruch Fahrrad: „25% Radverkehr bis zum Jahr 2025 für Nordrhein-Westfalen – das ist ehrgeizig, ja. Und es ist machbar. Dieses zentrale Ziel von Aufbruch Fahrrad muss im Gesetz verankert werden. Die Straßen dafür sind schon da – wenn wir sie klug nutzen.“

 

Heidi Wenke, Landesvorstandsfrau VCD NRW: „Wir vermissen in dem Entwurf die im ersten Stakeholder*innen-Treffen ausgedrückte Aufbruchsstimmung, die leider in einem eher weniger ambitionierten Ansatz gemündet ist. Die konkreten Forderungen, die von über 200.000 Menschen unterstützt werden, finden keinen ausreichenden Niederschlag. Daher hegen wir erhebliche Zweifel, dass das explizit formulierte Ziel, den Anteil des Radverkehrs auf 25% des Modal Split zu verdreifachen, mit den in der Gesetzesvorlage genannten Maßnahmen erreicht werden kann.“

 

Dorothee Heine, Verband Zukunft Fahrrad: „Die großartige Arbeit die für das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetzes bereits geleistet wurde, droht in einem Papiertiger zu enden, wenn verbindliche Ziele darin fehlen. Das wäre eine vertane Chance, NRW zu einem Leuchtturm der nachhaltigen Mobilität zu machen.“

 

 Ansprechpartner*innen:

 ADFC: Ludger Vortmann, Pressesprecher ADFC NRW, 0049 151 67534402, presse@adfc-nrw.de, www.adfc-nrw.de

BUND NRW: Dirk Jansen, Geschäftsleiter, 0049 172 2929733, dirk.jansen@bund-nrw.de, BUND-Stellungnahme zum Gesetzentwurf

Fuß e.V.: Peter Struben, Sprecher Landesverband NRW FUSS e. V., 02447 1404 (AB), nrw@fuss-ev.de, www.fuss-ev.de

NABU NRW: Birgit Königs, Pressesprecherin, 0049 211 1592 5114, Birgit.Koenigs@NABU-NRW.de, https://nrw.nabu.de

RADKOMM: Dr. Ute Symanski, Vorsitzende und Vertrauensperson von Aufbruch Fahrrad, 0049 170 3428453, ute.symanski@radkomm.de, www.radkomm.de

VCD NRW: Heidi Wenke, Landesvorstandsfrau, 0049 2331 973 452, Heidi.wenke@vcd-nrw.de, https://nrw.vcd.org

Zukunft Fahrrad: Andrea Richter, 0049 160 79 58 027, presse@bvz.org, https://zukunft-fahrrad.org

___________________________________________________________________

 Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

 Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 


Flächenverbrauch erfordert innovative Ideen

Gemeinsame Presseerklärung NABU Ostwestfalen-Lippe und Landwirtschaftlicher Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe

Foto Hendrik Plooij: Ein Beispiel für Flächenfrass und wenig innovativ - 30 ha wertvollstes Ackerland sollen in Oberbehme an der Werreaue der Erweiterung des interkommunalen Industriegebiets der Gemeinden Hiddenhausen und Kirchlengern weichen
Foto Hendrik Plooij: Ein Beispiel für Flächenfrass und wenig innovativ - 30 ha wertvollstes Ackerland sollen in Oberbehme an der Werreaue der Erweiterung des interkommunalen Industriegebiets der Gemeinden Hiddenhausen und Kirchlengern weichen

Ob ICE-Trasse, Straßen-, Infrastrukturmaßnahmen, Gewerbe- oder Wohnbebauung: Die Nachfrage nach Flächen ist weiterhin groß. Doch in Zeiten von Klimawandel und endlicher Ressourcen gelte es mehr denn je, Flächenver-brauch zu vermeiden. „Der sorgsame, verantwortungsbewusste und vorausschauende Umgang mit unserer Ressource Boden wird in Zukunft in OWL noch wichtiger“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe (OWL) Antonius Tillmann. Otmar Lüke, Beisitzer im NABU-Landesvorstand von Nordrhein-Westfalen sowie Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Paderborn, ist gleicher Ansicht: „Wir sind in hohem Maße besorgt über den enormen Verlust wertvoller Flächen sowie wichtiger Lebens-, Nahrungs- und Schutzräume für unsere Tier- sowie Pflanzenwelt.“ Flächenverbrauch bedeute auch immer einen Verlust an Artenvielfalt.

 

Ein „Weiter so“ dürfe es nicht mehr geben, „das sind wir unseren nachfolgenden Generationen schuldig. Wir müssen neue Wege gehen“, fordern Landwirtevorsitzender Tillmann und NABU-Vorsitzender Lüke. Beide sehen den neuen Regionalplan OWL, der sich derzeit in der Offenlage befindet, kritisch, weil er einen weiteren ungezügelten Flächenverbrauch ermöglicht. „Es dürfen nicht mehr beste Ackerböden, wie zum Beispiel in der Nähe der Autobahnauffahrt Paderborn-Zentrum, oder naturschutzfachlich sensible Flächen, wie beispielsweise an der Autobahnauffahrt Stukenbrock-Senne, für neue Gewerbegebiete geopfert werden.“

 

Tillmann fragt sich: „Wir wissen doch, dass die deutsche Bevölkerung zukünftig nicht großartig wachse. Doch warum verbrauchen wir laufend immer mehr wertvolle Fläche und Natur?“ Klimawandel, ressourcenschonender Umgang, E-Mobilität, nachhaltiger Konsum oder Plastikvermeidung seien die großen Themen unserer Zeiten. Unverständlich für die heimischen Naturschützer und Landwirte wie belanglos häufig mit unseren fruchtbaren Böden, Natur- und Landschaftsflächen umgegangen werde. Fläche sei nicht beliebig verfügbar, nicht vermehrbar. „Was weg ist, ist unwiederbringlich verloren und steht weder als Natur- und Lebensraum für die Tiere und Pflanzen, noch für die Erzeugung regionaler Lebensmittel dauerhaft zur Verfügung“, bringt es Tillmann auf den Punkt.

 

Gesamtgesellschaftlich weiter denken

 

„Brauchen wir bei Verkehrs-, Gewerbe-, Wohn- und Städteentwicklung nicht mehr innovative Konzepte, andere Ideen als immer ‚nur’ neue Flächen auszuweisen?“, fragt Tillmann. Hier muss gesamtgesellschaftlich weitergedacht werden. Ein Effekt beispielsweise in diesen Coronazeiten: Durch Homeoffice und digitale Konferenzen habe sich der geschäftliche und berufliche Verkehr verringert. Tillmann ist überzeugt, dass sich diese angestoßene Entwicklung zukünftig auf unsere Verkehrsströme, aber auch auf die Büroflächen auswirken werde.

 

Die Innenverdichtung, Reaktivierung von Industriebrachen und Altgebäuden, die Nachnutzung, flächensparendes Bauen beim Gewerbe- und Siedlungsbau wären dringend nötig. In den dünner besiedelten Kreisen in OWL haben wir teilweise erheblichen Leerstand. Oft ist der Abriss von diesen Altgebäuden die einzige Lösung, um Platz für neue Gebäude zu schaffen. Da ist das Land und der Bund in der Pflicht. Das können die Kommunen nicht selbst finanzieren. Echter Ausgleich für Versiegelung ist nur die Entsiegelung. Brauchen wir zukünftig überhaupt noch neue Siedlungshäuser mit Grundstücksflächen von 700-800 Quadratmeter oder braucht es vielleicht neue Konzepte, bei denen Gebäude nach aktuellen Lebenssituationen – Familie mit Kindern oder 2-Personenhaushalt – anpassbar sind? Überlegungen, die in den Großstädten heute schon in die Bauplanung einfließen. Anfangen und Weiterdenken seien die Zeichen dieser, unserer Zeit!

 

Flächenschutz eine Gemeinschaftsaufgabe

 

„Wir als Gesellschaft merken derzeitig in vielen Bereichen, dass wir an unsere Grenzen stoßen“, schildert der Landwirtevorsitzende. Jede Zeit habe seine Herausforderungen. Flächenschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe. „Wir müssen uns auf den Weg machen, es dürfen keine Lippenbekenntnisse bleiben“, betont NABU-Vorsitzender Lüke. Er und Tillmann fordern zum Schutz unserer wertvollen Natur-, Landschafts- und Lebensräume eine nachhaltige und strategische Entwicklungsplanung. Flächenvermeidung müsse auch beim neuen Regionalplan OWL gelebte Philosophie werden.

 


GEMEINSAME PRESSEMELDUNG BUND, LNU, NABU/VOLKSINITIATIVE ARTENVIELFALT NRW | 10. Februar 2021

_______________________________________________________________

Volksinitiative Artenvielfalt: NRW darf Insektenschutz nicht länger ausbremsen

Länderöffnungsklausel für mehr Insektenschutz nutzen

________________________________________________________________

 

Düsseldorf - Nach der heutigen Einigung des Bundeskabinetts zum Insektenschutz fordern die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Landesregierung auf, den Insektenschutz in NRW nicht länger auszubremsen. Die Strategie, zusammen mit dem Bauernverband alle Bemühungen zu torpedieren, den Einsatz von Pestiziden in Naturschutz- und weiteren Schutzgebieten zu reduzieren, müsse ein Ende haben. Das angekündigte ‚Nein‘ zur Pflanzenschutzanwendungsverordnung im Bundesrat müsse revidiert werden. Dies wäre ein fatales Signal für den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen, wo mehr als die Hälfte der Schmetterlinge, Wildbienen und Wespen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen und fast jede zweite Heuschrecken- und Libellenart bedroht ist. Vor NRW liege nun eine Menge Arbeit. Die Verbände fordern, dass das Land die Spielräume bei der Umsetzung des Insektenschutzes dazu nutzt, für deutliche Verbesserungen zu sorgen.

 

Naturschutz- und FFH-Gebiete sowie gesetzlich geschützte Biotope haben eine herausragende Aufgabe: Sie sollen Lebensräume und ihre Artenvielfalt bewahren und fördern. Dass es mit Unterstützung der Landesregierung auch künftig zulässig sein soll, auf Flächen innerhalb von Schutzgebieten Pestizide einzusetzen und damit dort lebende Insekten und andere Tiere sowie Pflanzen zu schädigen, sei angesichts des dramatischen Artenschwunds hochgradig ignorant. Die Strategie der Landesregierung, Hand in Hand mit Rheinischem und Westfälisch-Lippischem Landwirtschaftsverband und Land-schafft-Verbindung allein auf Freiwilligkeit und Kooperation mit dem Naturschutz zu setzen, sei gescheitert. Neben positiven Anreizen wie die Förderung des ökologischen Anbaus und die Stärkung des Vertragsnaturschutzes bedarf es aus Sicht der Naturschutzverbände auch verbindlicher Gesetze: Artenvielfalt ist wie der Klimaschutz existenziell und keine Frage von Freiwilligkeit. Mit der Blockadehaltung der Landesregierung gingen dem Natur- und Artenschutz weitere wichtige Jahre verloren.

 

Mit der Volksinitiative Artenvielfalt NRW wollen die Verbände diese Blockadehaltung durchbrechen. Die bereits von mehr als 72.000 Menschen unterstützte Volksinitiative zeigt in acht zentralen Handlungsfeldern konkrete Handlungsvorschläge zum Stopp des Artenschwunds und zur Förderung der biologischen Vielfalt in NRW auf, so auch zum künftigen Umgang mit Schutzgebieten in NRW.

 

Weitere Infos zur Volksinitiative finden Sie unter: www.artenvielfalt-nrw.de.


NABU Herford überreicht Forderungen zur Artenvielfalt an Bürgermeister*in

Das Ziel des NABU-Kreisverband Herford ist es, den Rückgang der biologischen Artenvielfalt zu stoppen, für uns und die nachfolgenden Generationen. Dies ist jedoch nur in einer starken Gemeinschaft und mit der Unterstützung durch die Städte und deren Politik und Bürger möglich. Deshalb hat der NABU eine Auswahl an Forderungen aufgestellt, deren Umsetzung dringend notwendig ist, um die Artenvielfalt und Lebensqualität zu erhalten.

 

Die NABU-Forderungen wurden der Bürgermeisterin von Bünde und den Bürgermeistern von Kirchlengen und Rödinghausen zusammen mit einem Weißdorn (Lebensraum für 163 Arten) überreicht mit der Aufforderung:

 

"Artenschwund gemeinsam stoppen!"

Foto: NABU HF
Foto: NABU HF

 

 

 

 

 

Am 14. Januar 2021 traf sich Friedhelm Diebrok mit  Bürgermeister Rüdiger Meier in Kirchlengern, um die NABU-Forderungen zu überreichen.

Foto: Thomas Klüter
Foto: Thomas Klüter

 

 

 

 

 

Am 14. Januar 2021 erfolgte die Übergabe in Rödinghausen an den Bürgermeister Siegfried Lux.

Foto: Siegfried Thüte
Foto: Siegfried Thüte

 

 

 

 

Am 15. Januar 2021 trafen sich Friedhelm Diebrok und Anja Reckeschat zur Übergabe in Bünde mit der Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger und dem Vorsitzenden vom Umwelt und Klimaausschuss

Hans-Martin Schuster.

Download
NABU-Forderungen an Kommune und Politik.
Adobe Acrobat Dokument 191.0 KB

Pressebericht zur Aktion:


NABU OWL: Keine ICE Neubaustrecke!

Foto NABU - von links: Die NABU Kreisvorsitzende*n: Margret Lohmann, Gütersloh, Lothar Meckling, Minden-Lübbecke, Friedhelm Diebrok, Herford, Bernd Milde, Lippe und Otmar Lüken, Paderborn
Foto NABU - von links: Die NABU Kreisvorsitzende*n: Margret Lohmann, Gütersloh, Lothar Meckling, Minden-Lübbecke, Friedhelm Diebrok, Herford, Bernd Milde, Lippe und Otmar Lüken, Paderborn

Die NABU–Kreisverbände Herford, Minden-Lübbecke, Lippe, Paderborn und Gütersloh haben sich geschlossen gegen den Neubau einer Schnellbahnstrecke zwischen Hannover und Bielefeld und eventuell weiter nach Hamm ausgesprochen. Diese Trasse soll eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h ermöglichen.

 

Die Planungen sehen vor, wegen einer geringfügig kürzeren Fahrtdauer die weitere Zerschneidung und Verlärmung der Landschaft mit Lebensräumen und Schutzgebieten für Menschen, Tiere und Pflanzen in die Tat umzusetzen. Die neue Trasse würde als 20 Meter breite Betonfahrbahn gebaut werden, um die Gleise schotterfrei anbringen zu können.

 

Ein kleiner Zeitvorteil würde durch eine großräumige und massive Natur- und Umweltzerstörung erkauft, so Bernd Milde, Friedhelm Diebrok und Lothar Meckling von den Kreisverbänden Lippe, Herford und Minden-Lübbecke, die am stärksten von den Ausbaumaßnahmen betroffen wären.

 

Schon heute benötigt ein ICE für die Strecke Bielefeld - Berlin nur 2,5 Std. und ist im Vergleich zum Auto voll konkurrenzfähig. Der durch die Neubautrasse angestrebte, geringe Zeitgewinn brächte keine nennenswerte Verbesserung.

Auch der NABU unterstützt notwendige Maßnahmen für eine Verkehrswende, so alle Beteiligten, deren Ziel die Verdopplung der Fahrgastzahlen und des Güterverkehrs auf der Schiene ist.

 

Daher fordern die ostwestfälischen NABU-Kreisverbände statt einer Neubaustrecke die Ertüchtigung vorhandener Verbindungen, z.B. der Strecke Löhne - Elze, aber insbesondere den trassennahen viergleisigen Ausbau der Strecke Minden-Wunstorf.

Der sogenannte Deutschlandtakt im Bahnverkehr zwischen den Metropolen wäre auch bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h auf dieser ertüchtigten Trasse zu verwirklichen!

 

Die NABU-Verbände aus Ostwestfalen-Lippe fordern die Politiker aller Gremien auf, die unsinnigen Planungen zum Neubau einer Schnellbahntrasse Bielefeld-Hannover zu stoppen.


OWL-Vorsitzende trafen sich im Moorhus

In der Mitte: Landesvorsitzende Heide Naderer.
Foto (NABU NRW): NABU Vorsitzenden aus OWL werden für die NRW-Volksinitiative. In der Mitte Landesvorsitzende Heide Naderer.

Die NRW-Volksinitiative ist in vollem Gange. Auch in OWL wird fleißig um Unterstützung geworben. Aus diesem Anlass trafen sich die Vorsitzenden aus Minden-Lübbecke, Höxter, Herford, Lippe und Gütersloh im Moorhus in Lübbecke und tauschten sich über ihre Erfahrungen aus.


Klarheit & Wahrheit über Osterfeuer

Was sagen die Gesetze?

Nicht der "böse" NABU, sondern die Gesetze schreiben vor, dass nichts mehr im Freien verbrannt werden darf. Es ist verboten. Das steht seit Langem so im Abfallrecht und im Landesimmissionsschutzgesetz (LImschG). Grünabfall ist auf dem eigenen Gelände oder in der Kompostierungsanlage zu entsorgen.

 

Von dieser Regel gibt es nur sehr wenige Ausnahmen. Eine ist, dass Feuer erlaubt werden können, soweit sie die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit nicht gefährden oder erheblich belästigen. Das ist bei Osterfeuern, die ja in der Regel größer sind,  aber der Fall. Kleine Lagerfeuer könnten darunter fallen. Die andere Ausnahme ist, dass ein Feuer erlaubt ist oder nach § 7 Abs. 2 LImschG genehmigt werden kann, dass sich eindeutig und zweifelsfrei als Brauchtumsfeuer und nicht als Feuer zur Beseitigung von Pflanzenabfällen darstellt.

 

Was ist ein solches „Brauchtumsfeuer“?

Keiner, auch nicht der Gesetzgeber, hat etwas gegen die Bewahrung von Traditionen. Deswegen hat er die Möglichkeit geschaffen, dass weiterhin Osterfeuer in den Kommunen stattfinden können. Erlaubt werden können aber nur Feuer, die von im Ort verankerten Vereinen und Glaubensgemeinschaften veranstaltet werden. Die Feuer müssen für die Öffentlichkeit zugänglich sein und werden im Vorfeld z.B. in der Zeitung bekannt gegeben. 
Bei diesen geht man davon aus, dass dort zahlreiche Menschen aus dem Ortsteil zusammen kommen. Es reicht nicht aus, dass sich eine Handvoll Familien aus der Nachbarschaft am Feuer einfinden, obwohl dieser Glaube weit verbreitet ist.  

 

Warum brennen zu Ostern dennoch so viele Feuer?

Die meisten Kommunen haben sich einfach bislang nicht an die gesetzlichen Vorgaben gehalten. Auch privaten Mitbürgern wurde gestattet ein Feuer zu Ostern abzubrennen, obwohl das ausdrücklich verboten ist. Manche Lokalpolitiker sehen in den vielen privaten Feuern kein großes Problem, sondern Bürgerwille. Sie müssten die Gesetzeslage eigentlich kennen, denn bereits seit 2004 ist sie, nach einer eindeutigen Gerichtsentscheidung des OVG Münster, immer wieder Thema in den Räten der Kommunen gewesen. Es kann sich niemand herausreden, dass er die Gesetzeslage nicht kennt oder nicht nachvollziehen kann. Sie wird in einigen Kommunen aber bis heute schlicht ignoriert. Und die Privatleute sparen sich - dank dieser rechtswidrigen Kulanz -  die Entsorgungsgebühren und die Arbeit auf Kosten der Allgemeinheit.

 

Warum setzt sich der NABU dafür ein, dass die Vorgaben eingehalten werden?

Aufgeschichtete Reisighaufen üben auf Kleintiere wie Singvögel, Mäuse, Igel, Kröten und besonders auf Insekten eine besondere Anziehungskraft aus. Es ist erwiesen, dass nicht wenige Haufen schon Monate vor dem Abbrenntermin aufgeschichtet und dann nicht mehr vollständig umgeschichtet werden. Der Tot dieser Lebewesen im Feuer geschieht leise. Wir Menschen merken es gar nicht. Gerade dieses vollständige Umschichten muss von den zuständigen Kommunen kontrolliert werden. Für diese Kontrolle ist in einigen Kommunen bislang nicht ausreichend Personal zur Verfügung gestellt worden. Diese Kommunen haben das Verbrennen der Tiere wissentlich in Kauf genommen.

 

Leider kommt es nachweislich in Einzelfällen immer noch vor, dass Mitbürger bewusst alle Vorgaben ignorieren, obwohl sie aufgeklärt wurden. Sie entsorgen ihr beschichtetes Holz oder sonstige Abfälle im Feuer. Erlaubt sind ausschließlich trockener Baum- und Strauchschnitt sowie unbehandeltes Holz.

 

Die Herausforderungen und Hausaufgaben im Hinblick auf den Klimawandel sind riesig. Die Politik hat das erkannt und zugesagt, das Problem anzugehen. Alle neun Kommunen im Kreis Herford nehmen seit 2019 an der Klimakampagne OWL teil. Alle Bürgermeister*innen und der Landrat haben die Übereinkunft, etwas gegen den Klimawandel zu tun, unterschrieben. Wir fordern die Kommunen im Kreis Herford, die sich bislang den Gesetzesvorgaben in Sachen Osterfeuer verweigert haben auf, konsequent zu handeln, private Osterfeuer zu verbieten und das Verbot zu überwachen.

 

Was können Sie mit ihren Gartenabfällen noch tun?

Schichten Sie ihren Rückschnitt doch mal zu einem Reisigwall, einer sogenannten Benjes-Hecke auf. Oder zu einem einfachen, großen oder kleinen Haufen. Was für das ordnungsliebende Auge zunächst aussieht wie ein großes Durcheinander, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als ein Schlaraffenland für Insekten. Auch Singvögel lieben solche "Bauten", weil sie dort sicher brüten können und reichlich Futter für ihre Jungen finden. 

Haben Sie Mut zu mehr Natur im Garten!    


Wir waren bei der Demo "Wir haben es satt!"

Am 18. Januar 2020 haben wir in Berlin wieder gemeinsam Flagge gezeigt!

Eine zukunftsfähige und naturverträgliche Agrarreform für Bauern, Tiere und Umwelt – das forderten 27.000 Menschen am 18. Januar 2020 bei der zehnten „Wir haben es satt!“- Demonstration zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin.  Zum fünften Mal hatte der Kreisverband die Anreise mit dem Bus organisiert. Mittendrin 60 Mitglieder aus dem gesamten Kreis Herford im Alter zwischen 8 und 80 Jahren.

In Berlin angekommen ging es bei sonnigem Winterwetter erst zur Bundesgeschäftsstelle des NABU, wo sich schon viele Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet versammelt hatten. Mit Fahnen und Plakaten ging es zur großen Bühne am Brandenburger Tor, dem Startpunkt der Demo. Dort machten mehrere Vertreter des Aktionsbündnisses ihren Unmut über die gegenwärtige Agrarpolitik Luft. Moderiert wurde das Bühnenprogramm von Landwirtschafts- und Ökoexpertin Dr. Tanja Busse, die in ihrem neuen Buch „Das Sterben der Anderen“ schonungslos die Situation der verschwindenden Arten analysiert und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen vorschlägt.

Bevor sich der bunte und laute Demo-Zug in Bewegung setzte, fuhren erst die 150 extra angereisten und vielfach mit Forderungen plakatierten Traktoren vorbei. Was ein wenig wie Karneval anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Konventionelle und Öko-Bauern fühlen sich zerrieben durch die fatalen Auswirkungen der Förderpolitik. Davon profitieren hauptsächlich die intensiv wirtschaftenden industriellen Agrarkonzerne. Die Großen bekommen das viele Geld und werden noch größer. Die Kleinen fühlen sich überfordert von den steigenden Auflagen, die zusätzlich Geld kosten. Die aktuelle Agrarpolitik schaufelt das Grab für Insekten und Höfe – finanziert mit 60 Milliarden Euro Steuergeld. Wir brauchen einen konsequenten Kurswechsel: Landwirte, die Natur und Klima schonen, müssen verlässlich besser belohnt werden.

Wir freuen uns darüber, dass wieder viele Mitglieder, trotz weiter Anreise und frühem Aufstehen, mitgefahren sind. Darunter auch Vertreter der fridays-for-future Bewegung und der Bürgerinitiative Engeraner Land gegen Massentierhaltung.

 

Einige der Mitreisenden hatten sich  etwas Besonderes einfallen lassen: Mitgeführte schwarze Schilder in Form von Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn sollten daran erinnern, dass diese Arten bald im Kreis Herford ausgestorben sind. Wir werden den Protest auch im Kreis Herford weiter führen, aber auch den Kontakt zur Landwirtschaft suchen. Im September werden wir drei Höfe im Raum Melle/Osnabrück besuchen. Junge Bauernfamilien zeigen uns dann, wie sie Kühe, Schweine und Hühner artgerecht halten, ihr Land naturgemäß bewirtschaften und neue Wege der Vermarktung gehen.

Darum geht es: 

Die Forderungen des NABU zur naturverträglichen Agrarwende: 

  • Ökologische Leistungen sind die Voraussetzung für eine Direktzahlung an die Landwirte.
  • Ökologische Vorrangflächen umfassen zehn Prozent der Betriebsfläche.
  • Grünlandumbruch und das Trockenlegen von feuchten Grünlandstandorten sind nicht erlaubt.
  • Die Fruchtfolge wird vielfältiger: Sie besteht aus mindestens drei verschiedenen Arten.
  • Ackerland entlang von Gewässerrändern und auf Moorstandorten wird in Grünland umgewandelt.
  • Große Ackerflächen (mehr als 25 Hektar) werden unterteilt und ökologisch sinnvoll strukturiert.
  • Betriebe über 100 Hektar führen eine betriebliche Umweltplanung ein.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben sich bereits 2001 dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Bis jetzt sind wir von diesen Zielen noch meilenweit entfernt. Bei den Klimaschutzzielen in der Landwirtschaft ist ebenfalls noch viel zu tun. Eine Umgestaltung ist nötig, um den Negativtrends entgegenzuwirken.

 

Mehr Infos unter: www.wir-haben-es-satt.de


Unser Heckentag war ein voller Erfolg!

Wenn heimische Gehölze in der ersten Reihe stehen

Bereits zum 7. Mal haben wir am 9. November unter dem treffenden Namen "Heckentag" heimische Gehölze verkauft. Warum machen wir das? In Baumschulen führen die heimischen Gehölze wie Rote Heckenkirsche, Weißdorn, Holunder und Hundsrose ein absolutes Schattendasein. Sie stehen meist in der letzten Ecke und wer den genauen botanischen Namen nicht parat hat bekommt nicht selten eine Sorte verkauft. Diese ist dann vielleicht rotlaubig oder gemustert im Laub oder hat gefüllte Blüten. Beides kann den Wert für viele Insekten deutlich schmälern. Nicht so bei uns.

In diesem Jahr hatten wir mit über 250 Gehölzen auffallend viele Vorbestellungen. Zahlreiche weitere Sträucher, Wildrosen und Blütenstauden fanden an dem Tag ihren Weg in die Gärten. Das hat uns riesig gefreut. Zeigt es uns doch das wachsende Interesse an den heimischen Arten. Natürlich können wir damit nicht die "Welt retten", aber wie heißt es so schön: "Kleinvieh macht auch Mist".

 

Auch nach dem Heckentag können Sie heimische Gehölze bei uns kaufen. Jeden Donnerstag öffnet unsere Geschäftsstelle von 16.06 - 18.06 Uhr in der Engerstraße 151 in Bünde - dann ist auch Gelegenheit für ihren Einkauf von heimischen Sträuchern, Stauden und Rosen. Wir freuen uns auf Sie! Die Liste der verfügbaren Gehölze finden Sie hier ...


Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020

Bunt, hübsch und leider sehr selten geworden!

Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt. Damit wollen die Verbände darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefährdet ist. Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren, ganze Landstriche sind turteltaubenfrei. Unsere kleinste Taube findet kaum noch geeignete Lebensräume. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.

 

Früher hat man das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer gehört. Wildkräutersamen an Feldwegen und Feldfrüchte aus Zwischensaaten boten ausreichend Nahrung. Heute brüten Turteltauben häufig auf ehemaligen Truppenübungsplätzen oder in Weinbauregionen, wo sie noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

 

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekürte Vogel, der als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Heute brüten bei uns nur noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern.

 

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernähren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die Hälfte der Nahrung aus statt wie früher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur für kurze Zeit bis zur Ernte zur Verfügung und fehlen während der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

 

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltaube enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von Anbauflächen geht mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher. Damit verschwinden Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen Ackerwildkräutern ernährt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung für die Tauben. Der NABU kämpft seit Jahren für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhält statt sie zu schädigen.

 

Eine zusätzliche Bedrohung ist die Vogeljagd im Mittelmeerraum. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die jährlich mehr als 1,4 Millionen in der EU legal geschossenen Turteltauben von der Art nicht mehr verkraftet werden können. Besonders skandalös: In manchen Ländern gilt das Schießen der stark gefährdeten Turteltauben als ,Sport‘ zum eigenen Vergnügen. Gegen Spanien und Frankreich wurden im Juli bereits Vertragsverletzungsver-fahren der Europäischen Kommission wegen des schlechten Erhaltungszustands der Art eingeleitet. Gegen vier weitere EU-Länder liegen offizielle Beschwerden vor. Dies ist notwendig, obwohl auf einem Treffen aller Mitgliedsstaaten im Mai 2018 ein Aktionsplan zum Schutz der Europäischen Turteltaube verabschiedet wurde.

 

Um den gefiederten Liebesboten zu schützen, fordert der NABU  Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit einer Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) auf, sich neben einer verbesserten Landwirtschaftspolitik auch für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einzusetzen.

 

Download
Turteltauben als Jagdopfer - Der NABU setzt sich für ein Ende der illegalen Jagd ein. Unterstützen Sie uns dabei!
Grafik: NABU
NABU fordert Jagdstopp für Turteltauben.
Adobe Acrobat Dokument 6.3 MB

Preisverleihung NABU-Fotowettbeweb "Schönstes Klatschmohn-Foto"

Warum sollte es gerade ein Foto vom Klatschmohn sein?

Klatschmohn gehört zur Ackerbegleitflora, von deren Artenvielfalt bereits 90 Prozent verschwunden sind. Klatschmohn ist darunter noch am häufigsten anzutreffen und ist außerdem eine bemerkenswerte Pflanze. Als Heilpflanze wurde er bei Husten und zur Beruhigung verwendet. Die jungen Blätter sind sogar essbar. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Gurke und Haselnuss, ist also schon eine außergewöhnliche Erfahrung. Jede Blüte produziert etwa 2,5 Millionen Pollenkörner, die bei Bienen und Hummeln sehr begehrt sind. Die Kapselfrüchte enthalten 2.000 bis 5.000 sehr kleine Samenkörner und dienen Vögeln, wie z.B. Blaumeisen als Nahrung. Die Samen rasseln in der Kapselfrucht und werden durch den Wind ausgestreut.

 

Aus den etwa 350 eingesendeten Fotos wurden die folgenden Zehn prämiert:

 


Apfelsaft wie früher machen

Wir verleihen wieder unsere handliche mobile Hausmosterei

Angebot für Kitas, Schulen, Vereine und weitere Kindergruppen

Foto: Freyja Diebrok
Foto: Freyja Diebrok

Kinderleicht zu bedienen: Die mobile Hausmosterei des NABU Herford.  Schon viele Kindergruppen haben sie ausgeliehen und immer war das Feedback: Klasse, gerne wieder! Sie passt in jeden Kombi-PKW und lässt sich superschnell aus soliden Einzelteilen zusammengesetzen. Schon kleine Kinder können am Rad drehen und zusehen, wie die Apfelschnitze zerkleinert werden. Anschließend können sie selbst den Saft aus der Maische pumpen. Dann fließt der goldbraune, köstliche  und selbstgemachte Saft in das große Kunststoff-Fass und lässt sich ebenfalls kinderleicht abzapfen.

Leihgebühr: 25,00 €

 

Infos und Reservierungsanfragen unter Tel. 0 52 23 - 90 41 63


11 Herforder Thesen ... zum Thema "Landschaft ist Leben!"

Die erste Naturschutztagung im Kreis Herford, am 29.-30.9.18 im Marta, wirkt nach. Die Initiatoren der Tagung vom NABU, BUND und der Biologischen Station Ravensberg haben 11 Thesen veröffentlicht. Sie möchten damit gemeinsam aufzeigen, was jetzt im Kreis Herford und darüber hinaus für den Schutz unserer Landschaft getan werden muss. Jeder kann seine Beitrag dazu leisten! - Hier können Sie die Thesen herunterladen.

Download
11-Herforder-Thesen_Landschaft-ist-Leben
Adobe Acrobat Dokument 302.7 KB

Zur Zukunft des Naturschutzes im Kreis Herford

In einem Zeitungsinterview äußerte sich Friedhelm Diebrok, Vorsitzender des NABU Herford, zu den Perspektiven des Naturschutzes in der Region. Hier können Sie es herunterladen: 

Download
Interview Friedhelm Diebrok.pdf
Adobe Acrobat Dokument 394.8 KB