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In diesem Bereich halten wir Sie über unsere Aktivitäten auf dem Laufenden.


Wald oder Supermarkt?

Für den Discounter Lidl sollen in Rödinghausen 2 ha Buchen-Mischwald gefällt werden

Quelle: Google Maps
Quelle: Google Maps

 

Aus ökologischer Sicht ist die Vernichtung von Wald für eine flächige Bebauung für den Einzelhandel nicht zu tolerieren. Im Ortsteil Bruchmühlen findet seit Jahren eine Verdichtung der Bebauung statt. Die Verkehrsbelastung steigt und das Bild eines durch Grün geprägten Ortes verschwindet. Grün- und Waldflächen sind im Siedlungsraum jedoch von besonderer Bedeutung.

 

Grünflächen wie der sog. "Schulwald" haben wichtige klimatische Funktionen im Siedlungsraum, dienen der Tierwelt als Rückzugsmöglichkeit und tragen zur Wohnqualität eines Ortes bei. Durch ein stark gestiegenes Verkehrsaufkommen, große versiegelte Flächen ohne Grün wie Parkplätze, Zufahrten und Gebäude verändern sich die klimatischen Verhältnisse eines Raumes. Es entsteht eine zusätzliche Erhitzung im Sommer und große Mengen Regenwasser werden in Gräben und Verrohrungen abgeleitet. Eine natürliche Versickerung im Boden findet nicht mehr statt.

  

Insekten und Singvögel nutzen neben vielen Hausgärten gerade innerörtliche Grünflächen als Rückzugs- und Brutraum. An Laubgehölzen, insbesondere an Stieleichen ist die höchste Zahl von Tierarten zu finden, die an eine Baumart gebunden sind. Zu einem Zeitpunkt an dem das Insektensterben und die ökologischen Folgen uns nachdenklich machen, ist es wichtig kleine Lebensräume wie den "Schulwald" zu erhalten. Auch wenn ein Teil des Waldes erhalten bleiben soll, ist die Planung aus Naturschutzsicht nicht sinnvoll. Der ökologische Wert eines Waldbestandes wird mit abnehmender Größe der Fläche ebenfalls verringert. Eine Nutzung des Waldes als Spielfläche oder Grünanlage verringert diesen Wert zusätzlich. Mit dem Erhalt von ca. 1/3 der Gesamtwaldfläche wird nur versucht der umweltfeindlichen Planung ein "grünes Mäntelchen" umzuhängen.

 

Für die Anwohner bedeutet eine Waldfläche innerhalb der Siedlungsgebiete Bruchmühlens den Erhalt ihrer Wohnqualität. Der Kreis Herford gehört zu den waldärmsten Kommunen des Landes. Das erfordert einen sensiblen Umgang mit vorhandenen Waldflächen.

 

NABU und BUND appellieren deshalb an die Anwohner und Bürger sich nachdrücklich gegen das Vorhaben zu wehren. Bruchmühlen lebt seit vielen Jahren mit dem Schulwald. Es gibt bislang keine Information der Bürger durch die planende Gemeinde und den Bürgermeister im Vorfeld der Ansiedlungspläne. Stattdessen werden mit abgeschlossenen Kaufverträgen und internen Planungen Fakten geschaffen und nur auf Nachfrage über die Presse wenige Informationen mitgeteilt. Die Verkehrsentwicklung, die Ortsbildgestaltung, die Wohnqualität der Bürger werden in Bruchmühlen wenig beachtet. In einem transparenten Planungsprozess müssten Gemeinde und Politiker den Bewohnern Rede und Antwort stehen.

 

Der angrenzende Kindergarten nutzt einen Teil des Waldes als Spielfläche. Wer wird den Kindern die Fällung der Bäume für den Bau von Gebäuden und Parkplätzen erklären?

 

In Rödinghausen gibt es eine Baumschutzsatzung, nach der jeder Baumeigentümer für die Fällung von Bäumen bestimmter Größe einen Antrag stellen muss, der u. U. abgelehnt wird. Hier wird ein ganzer Bestand für die Interessen des Discounters Lidl vernichtet.

 

Autobahn, Eisenbahn und Gewerbe belasten die Bewohner Bruchmühlens erheblich. Die Verkehrsbelastung auf der Bruchstraße, im Bereich des Bahnüberganges, der Zufahrt zu den bestehenden Märkten und am Kreisel ist schon jetzt zu hoch. Klimafreundliches Radfahren ist hier lebensgefährlich. Weitere Discounter und Fachmärkte anstelle einer Waldfläche wirken sich besonders negativ auf das Ortsbild in Bruchmühlen aus.

 

Mit umweltbelastenden Planungen und Bauvorhaben steht die Gemeinde Rödinghausen immer wieder in der Öffentlichkeit – großflächige Gewerbeansiedlungen, neue Siedlungsgebiete und jetzt ein Fachmarktzentrum anstelle einer Waldfläche.

 

 

NABU antwortet auf die Forderung der Gemeinde Rödinghausen nach mehr Gewerbeflächen in der NW vom 27.01.2018

100 ha neue Gewerbefläche möchte der Bürgermeister der Gemeinde Rödinghausen zusätzlich in den nächsten Jahren ausgewiesen haben. Das Gewerbeflächenkonzept des Kreises Herford sieht für die Gemeinde Rödinghausen ca. 17,5 ha vor. Die Ausweisung neuer Wohngebiete ist in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt. Wir mahnen an, die natürlichen Recourcen und Flächen einer Gemeinde schonender zu verplanen.

 

Die Bedarfsplanung an zu überbauenden Flächen sollte sich sehr wohl an der Flächengröße einer Gemeinde orientieren, denn Freiflächen, landwirtschaftliche Flächen, Wald und Landschaft stehen nicht unendlich zur Verfügung und sind kein beliebig vermehrbares Gut. Die Diskussion über die Überplanung von 2 ha Wald in Ortsteil Bruchmühlen, die Planungen der Fa. Häcker aus 2016 über 30 ha Landschaftsschutzgebiet in Muckum und Rödinghausen zeigen, dass noch keinerlei Umdenken zum Thema Landschaftsverbrauch in der Gemeinde am Wiegengebirge stattgefunden hat. Für eine wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde sind hier innovative Planungen wie z.B. flächensparendes Bauen gefragt.

 

100 ha Gewerbeflächenausweisung heißt eine Bebauung in der Größe von mehr als 140 Fußballfeldern. Eine Inanspruchnahme und Versiegelung derart großer Flächen in einer der kleinsten Gemeinden des Kreises ist völlig unangemessen.

 


"Wir haben es satt!" Aktive vom NABU Herford waren wieder mit dabei

Am 20. Januar 2018 haben wir in Berlin wieder Flagge gezeigt!

Bereits zum dritten Mal waren wir bei der DEMO "Wir haben es satt" dabei. Die Teilnehmer stehen für eine bäuerliche Landwirtschaft, gegen die Auswüchse der industriellen Tiererzeugung und das Verramschen und Verschwenden von Lebensmitteln. Ein nach wie vor brandaktuelles Thema.

Dieses Mal waren schon 30 NABU-Mitglieder aus dem Kreis Herford mit dabei. Das Fazit der Truppe: Es hat allen riesigen Spaß gemacht, denn die Veranstaltung war trotz der Menschenmassen (30.000!) wieder ganz entspannt.

 

Nach der Demo ist vor der Demo: Erzählt allen, wie spannend und heiter die Teilnahme an der Demo gewesen ist.  Eine tolle Sache, bei allem Ernst der Lage. Auf das noch viel mehr Menschen aus der Region 2019 mitfahren und Alarm schlagen!

Tausende von Bauern und engagierten Natur- und Tierschützern werden wieder in Berlin zusammenkommen, um für eine tiergerechte und umwelt- und sozialverträgliche Landwirtschaft zu demonstrieren.

 

Darum geht es uns: 

Die Forderungen des NABU zur naturverträglichen Agrarwende: 

  • Ökologische Leistungen sind die Voraussetzung für eine Direktzahlung an die Landwirte.
  • Ökologische Vorrangflächen umfassen zehn Prozent der Betriebsfläche.
  • Grünlandumbruch und das Trockenlegen von feuchten Grünlandstandorten sind nicht erlaubt.
  • Die Fruchtfolge wird vielfältiger: Sie besteht aus mindestens drei verschiedenen Arten.
  • Ackerland entlang von Gewässerrändern und auf Moorstandorten wird in Grünland umgewandelt.
  • Große Ackerflächen (mehr als 25 Hektar) werden unterteilt und ökologisch sinnvoll strukturiert.
  • Betriebe über 100 Hektar führen eine betriebliche Umweltplanung ein.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben sich bereits 2001 dazu verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen. Im Jahr 2018 sind wir von diesen Zielen noch meilenweit entfernt. Bei den Klimaschutzzielen in der Landwirtschaft ist ebenfalls noch viel zu tun. Eine Umgestaltung ist nötig, um den Negativtrends entgegenzuwirken. 

 


Mitgliederversammlung 2017

Vorstand wurde bestätigt  I  Langjährige Mitglieder geehrt

Auf ein erfolgreiches Jahr 2016 konnten bei der Mitgliederversammlung viele Mitglieder unserer Kreisgruppe   zurückblicken. Friedhelm Diebrok zog als Erster Vorsitzender eine positive Bilanz für das vergangene Jahr. „Der NABU Herford hat inzwischen 1.750 Mitglieder. Im vergangenen Jahr sind wir mit über 1.000 neuen Mitgliedern deutlich gewachsen“, so Diebrok. Diese gute Entwicklung der Mitgliedszahlen freute auch Bernhard Kamp, Geschäftsführer des NABU NRW, der aus Düsseldorf zur Versammlung angereist war.

 

Diebrok machte in seinem Jahresrückblick die Vielfalt der über 40 Veranstaltungspunkte im vergangenen Jahr deutlich: Vogelkundliche Wanderungen, Filmvorführungen und Pflanzenmärkte. Nistkästen wurden gereinigt und Amphibien geschützt. Über 150 m Benjes-Hecke aus Reisig wurde von Mitgliedern angelegt. Unter dem Motto „Bunte Meter“ wurde neuer Lebensraum für den Stieglitz geschaffen und die Ausstellung „Wunder der Natur“ in Oberhausen war Fahrtziel der Gruppe. In Kirchlengern war die ehrenamtlich geführte Kindergruppe NABU-Kids wieder gut nachgefragt, ebenso das erstmals von Mitgliedern organisierte Sommerfest. Im Dezember begann die Ausbildung für 12 Aktive, die als Naturtrainerinnen und Naturtrainer in Kindertagesstätten Kindern spielerisch die Natur nahe bringen möchten. Bereits zum zweiten Mal wurde ein Kurs für Gartenbesitzer durchgeführt, die ihren Garten zu einem Naturerlebnisgarten umgestalten möchten. „Begeistern durch Vormachen ist unser Ziel im Verein. Unsere Aktionen und Angebote sollen Beispiele für praktischen Naturschutz sein. Wie wichtig das ist zeigt sich daran, dass laut aktueller Roter Liste 45 Prozent unserer wildlebenden heimischen Pflanzen - und Tierarten gefährdet sind. Unsere Welt wird jeden Tag ein Stück ärmer. Nur mit begeisterten Menschen lässt sich daran wieder etwas ändern“, zog Diebrok Bilanz.

 

Im Anschluss dankte Friedhelm Diebrok Mitgliedern für ihre langjährige Verbundenheit zum NABU. Die Gründungsmitglieder der Kreisgruppe Paul-Gerd Scheding und Dietrich Steinmeier wurden für 40-jährige bzw. 50-jährige Mitgliedschaft mit Ehrennadeln und Buchgeschenken geehrt. Paul-Gerhard Scheding ist als Vertreter für den NABU im Landschaftsbeirat des Kreises Herford im Einsatz und Dietrich Steinmeier leitet seit vielen Jahren vogelkundliche Spaziergänge. Heike Wortmeier wurde für ihre 20-jährige Mitgliedschaft und ihre ebenso lange Tätigkeit als Kassiererin mit einer Ehrennadel und einem Buchgeschenk gedankt.

 

Zum Abschluss standen Wahlen an. Der alte Vorstand wurde wieder bestätigt: Friedhelm Diebrok als Erster Vorsitzender, Freyja Diebrok Zweite Vorsitzende, Petra Bokel als Schriftführerin und Heike Wortmeier als Kassiererin. Als gewählter Beirat sind zukünftig dabei: Anja Reckeschat, Marion Lübeck und Klaus Rossocha. Zum guten Schluss wurde eine Neuerung zur Abstimmung gestellt: Die Einrichtung einer Geschäftsstelle, die sich als Präsentationsraum, für interne Veranstaltungen und als Lager nutzen lassen soll. Für diese Maßnahme gab es von den anwesenden Mitgliedern ebenfalls grünes Licht.

Dem NABU verbunden: Paul-Gerd Scheding (40 Jahre), Dietrich Steinmeier (50 Jahre) und Heike Wortmeier (20 Jahre) wurden von Friedhelm Diebrok (Mitte) und Bernhard Kamp 2.v.r. (Geschäftsführer NABU NRW) für ihre langjährigen Mitgliedschaften geehrt.
Dem NABU verbunden: Paul-Gerd Scheding (40 Jahre), Dietrich Steinmeier (50 Jahre) und Heike Wortmeier (20 Jahre) wurden von Friedhelm Diebrok (Mitte) und Bernhard Kamp 2.v.r. (Geschäftsführer NABU NRW) für ihre langjährigen Mitgliedschaften geehrt.

Mitgliederwerbung 2016 – Natur braucht Freunde

Über 700 neue Mitglieder unterstützen den NABU   I  Mitgliederzahl im Kreis Herford nahezu verdoppelt  I  Jetzt fast 1.500 Unterstützer für den Naturschutz zwischen Wiehen und Weser

Der NABU Herford hat im Kreisgebiet über 700 neue Unterstützer für seine wichtige Naturschutzarbeit geworben. Hierbei wurde er von Mitarbeitern der Stuttgarter Firma Wesser zur ehrenamtlichen Mitgliedergewinnung unterstützt. Naturbegeisterte Studenten und Mitarbeiter warben gegen Zahlung eines Honorars neue Mitglieder. 

In Löhne haben wir das tausendste Mitglied begrüßt: Tatjana Ivanov und Viktor Holzmann bekamen vom Kreisvorsitzender Friedhelm Diebrok einen Nistkasten und die Chronik des NABU NRW überreicht.
In Löhne haben wir das tausendste Mitglied begrüßt: Tatjana Ivanov und Viktor Holzmann bekamen vom Kreisvorsitzender Friedhelm Diebrok einen Nistkasten und die Chronik des NABU NRW überreicht.

Amphibienschutz in Kirchlengern -

Ein Erfolgsmodell!

Zäune wurden wieder abgebaut

Mehrere Amphibienschutzzäune wurden in der Gemeinde Kirchlengern von Mitgliedern des NABU und weiteren Unterstützern betreut. Jeden Tag wurden die Eimer an den Zäunen morgens und abends kontrolliert und die Kröten, Molche und Frösche über die Straße getragen. Koordiniert wurde der Einsatz der Helfer von Ursula Maack. Während in der Woche an den meisten Strecken Ursula Maack und Ihr Mann Bernd am Morgen unterwegs waren, übernahmen an den Wochenenden gerne Familien die Aufgabe und waren mit viel Spaß und Staunen dabei.  In den letzten Jahren ist der Stamm an Freiwilligen immer größer geworden.  Neben den Mitgliedern des Umweltkreises der ev. Kirchengemeinde in Hagedorn haben sich erstmals auch engagierte Jugendliche des Rassegeflügel-Zuchtvereins Klosterbauerschaft für Kröten und Co. eingesetzt und einen Schutzzaun aufgebaut  und betreut.  

 

Am 6. Mai trafen sich die Amphibienschützer im Gemeindehaus Hagedorn zum gemeinsamen Grillabend und Austausch über die erfolgreiche Schutzaktion!  

Fotos: C. Fennekohl, S. Horsten, F. Diebrok

Stolz auf den gemeinsamen Erfolg: Ein Teil der  Amphibien-Schutzgruppe in Kirchlengern 2016.
Stolz auf den gemeinsamen Erfolg: Ein Teil der Amphibien-Schutzgruppe in Kirchlengern 2016.
Kröten in guten Händen: Ein großer Teil des Helferteams 2015
Kröten in guten Händen: Ein großer Teil des Helferteams 2015

Zur Zukunft des Naturschutzes im Kreis Herford

In einem Zeitungsinterview äußerte sich Friedhelm Diebrok, Vorsitzender des NABU Herford, zu den Perspektiven des Naturschutzes in der Region. Hier können Sie es herunterladen: 

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Interview Friedhelm Diebrok.pdf
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